Honduras – Zurück in Lateinamerika!

Willkommen in Honduras – Vom Tauchen, Busstreiks und Regenfällen

Es ist fast Sommer, bereits ein Jahr ist seit meiner Rückkehr aus dem fantastischen Sabbatical vergangen. Bereits ein Jahr vermisse ich das Reisen, die Freiheit und Lateinamerika. Ich zähle die Tage bis es endlich wieder heißt: Sommerferien. Die letzten Wochen vor meiner Abreise sind turbulent, nicht nur in der Schule sind viele Dinge zu erledigen, nein auch mein Reiseplan gerät ins Wanken. Mein reservierter Flug geht nach Nicaragua. Doch seit April gibt es Unruhen im Land und eine Regierung, die unbewaffnete Studenten erschießen (lässt). Anstatt sich die Lage entspannt, spitzt sie sich immer weiter zu und es ist unmöglich nach Nicaragua zu reisen. Was tun? Was passiert mit meinem Flug? Wohin stattdessen? Fragen über Fragen türmen sich und ich bin etwas ratlos. Doch recht bald entscheide ich mich für Honduras und El Salvador stattdessen. Drei Tage vor Abflug kann ich dann auch glücklicherweise den Flug kostenfrei umbuchen. Es geht also nach Honduras und El Salvador. Warum? Nun ja, die einzigen drei mittelamerikanischen Länder, die mir noch fehlen, sind eben Nicaragua, Honduras und El Salvador. Natürlich höre ich auch von Reisewarnungen, bewaffneten Überfällen bis hin zu Entführungen und gar Mord. Ich lese aber auch viel über zwei hervorragende Länder, freundliche Menschen und einer fantastischen Natur. Ich will das Schicksal ja nicht herausfordern, aber wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Also ab ins Abenteuer.

Doch zunächst habe ich einen längeren Aufenthalt in Houston, Texas. Ich frage David, den ich in Kolumbien vor nahezu zwei Jahren kennenlernte, ob er nicht zufällig in der Nähe wohnt und vorbeikommen möchte. Verrückt wie er ist, sitzt er tatsächlich kurz darauf im Auto, fährt von Dallas nach Houston und holt mich vom Flughafen ab. Wie witzig ist das denn bitte? Wir trinken Bier und schnattern über Gott und die Welt, gehen etwas futtern und abends in eine Salsa Bar. Ich bin mittlerweile seit über 24 Stunden wach (wenn man von dem Schlaf im Flugzeug absieht), aber Red Bull macht’s möglich. Es ist ist ein sehr witziger Abend und ich bin von der ersten Minute an glücklich wieder auf Reisen zu sein. Wie habe ich das vermisst. Nach nur drei Stunden Schlaf muss ich wieder aufstehen und mich auf den Weg zum Flughafen begeben. Nach weiteren drei Stunden Flug, die ich komplett schlafend verbringe, erreiche ich Tegucigalpa, die Hauptstadt Honduras. Als das Flugzeug landet, legt eine nahezu Vollbremsung hin. Soll das so sein? Nicht vielleicht ein wenig ruppig? Mein Sitznachbar erklärt mir, dass der Flughafen in Tegucigalpa zu den schwierigsten auf der Welt gehört, da die Landebahn aufgrund der umliegenden Berge zu kurz geraten ist. Aha. Daher die Vollbremsung. Als ich das Hostel erreichte, bin ich hundemüde. Natürlich kann ich noch nicht schlafen gehen, auch wenn ich möchte, denn sonst würde ich die ganze Nacht wach sein. Also entschließe ich mich, an einer Free-Walking-Tour teilzunehmen, um so die Stadt kennenzulernen. Auch wenn Tegucigalpa nicht die schönste Stadt Mittelamerikas ist, so erkenne ich den Latino-Charme wieder, spüre die feuchte Wärme und sehe das freundliche Lächeln der Menschen. Ein bisschen Machismo ist auch dabei, aber wenn fünf weiße Mädels durch die Straßen ziehen, ist das auch kein Wunder. Am Abend bin ich ziemlich erschöpft und schaffe es gerade mal bin acht Uhr wach zu bleiben. Dann schlafe ich zehn Stunden am Stück. Nach den letzten Tagen, ist dies auch nur mehr als erforderlich. 

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Am nächsten Tag steht eine längere Busreise bevor. Ich fahre von Tegucigalpa nach La Ceiba und von La Ceiba nehme ich mir ein Taxi zum Fluss Rio Cangrejal, wo ich in einer niedlichen Lodge einchecke. Alles sehr einfach gehalten, dafür direkt am Fluss. Es ist wunderschön. Nur etwas fehlt: Menschen. Es ist keiner hier. Komisch. Auch in meinem Dorm ist niemand. Stattdessen werde ich von einer Kakerlake überrascht, die mir direkt entgegen fliegt (!!!). Ah ha, na bitte. Bin ich immerhin nicht allein im Zimmer. 

Zum Abend gehe ich in ein nahegelegenes Restaurant, esse gemütlich, unterhalte mich mit den Einheimischen, denn auch hier sind kaum Leute.

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Zurück im Hostel treffe ich auf Natalia und Skip, zwei nette Amis, die ein paar Tage Urlaub in Honduras verbringen. Na endlich. Gibt es ja doch noch Menschen hier. Wir unterhalten uns nett, doch nach einer Weile muss ich ins Bett, denn ich bin noch immer vom Jetlag geplagt. Am Folgetag gehen wir zusammen raften und bestaunen die wundervolle Natur. Zunächst laufen und schwimmen wir durch den Fluss, springen von kleineren Felsklippen und lassen uns Fuß voran den Fluss entlang gleiten, bevor es ins Raftingboot geht. Das ist ein Spaß. Ich bin happy. Endlich wieder umgeben von einer beeindruckenden Natur. Herrlich. Am Nachmittag wandern wir noch zu einer Hängebrücke und lassen schließlich den Nachmittag am benachbarten Pool ausklingen. Als wir gemeinsam einen Cocktail trinken, gibt es einen lauten Knall, gefolgt von einem leichten Beben. Was ist das? Wir bekommen große Augen und schauen uns entgeistert an. Dann ist es auch schon wieder vorbei. Henry, ein Ortsansässiger erklärt uns, dass es ein kleines Erdbeben war, was hier anscheinend nicht ganz selten vorkommt. Ein Erdbeben? Ach was? Wie krass. So fühlt sich also an. Irgendwie angsteinflößend, wenn die Erde bebt. Verrückt.

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Da ich nicht so viel Zeit zum Verweilen habe und ich mir mit Natalia und Skip ein Taxi teilen kann, geht es am Montag auch schon Richtung Utila. Utila ist eine sehr bekannte Taucherinsel. Schon von einigen Reisenden wurde mir die Insel empfohlen. Also muss ich da natürlich auch mal vorbeischauen. Ich plane ca. eine Woche ein, denn ich möchte mindestens zehn Tauchgänge machen. 

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Nach nur einer Stunde erreichen wir Utila und ich begebe mich zum Altons Dive Center. Den restlichen Tag verbringe ich chillend am und im Wasser, denn die Tauchschule hat direkten Zugang zum Wasser und darüber hinaus gibt es wunderbare Hängematten. 

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Morgens ist es dann endlich soweit und ich kann endlich wieder tauchen gehen. Wie immer, wenn ich lange nicht mehr tauchen war, bin ich auch diesen Morgen nervös. Mittlerweile bin ich ja ein erfahrener Taucher und dennoch sorge ich mich um meine Ohren. Denn manchmal möchte ich zwar tauchen, meine Ohren allerdings nicht. Aber solch eine Erfahrung ist nun auch schon ein paar Jährchen her, so dass es eigentlich keinen Grund zur Sorge gibt. Und natürlich klappt auch alles wunderbar und ich habe zwei erste tolle Tauchgänge. Entlang der Atlantikküste verläuft das zweit größte Riff der Welt, auch Belize Reef genannt, und die Unterwasserlandschaft ist herzallerliebst.

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Wir sehen Corallen, kleinere und größere Fische und sogar ein kleiner Ammenhai kommt in unser Blickfeld. Was will man eigentlich mehr? Nach den beiden Tauchgängen gehe ich mit ein paar Leuten aus der Tauchschule etwas Essen und wir schauen das Halbfinale Frankreich gegen Belgien. Leider wird mir nach kurzer Zeit schwarz vor Augen und ich muss mich hinlegen. Da habe ich wohl zu wenig gefrühstückt. Sollte ich die nächsten Tage anders machen. Am Abend passiert hier nicht besonders viel, auch wenn Utila einen Party-Ruf hat, so ist es in der Tauchschule still und jeder fokusiert sich auf das Tauchen. Was nicht heißen soll, dass man hier ohne Bier oder Cocktail zu Bett geht, aber die Party steigt zumindest nicht bei uns. Die folgenden Tage verlaufen ähnlich. Aufstehen, tauchen, entspannen, sonnen, schnattern, Bierchen trinken, tauchen. Ich sehe ein tolles Wrack, mehrere Muränen, Hummer bis hin minimalsten Kleinviehzeugs. Beto, einer der Divemaster, liebt die kleinen Dinge Unterwasser und findet so einige witzige und winzige Tierchen. Als er auf einmal eine Lupe Unterwasser hervorzaubert und mir etwas zeigen will, muss ich lachen. Gar nicht so einfach mit einem Atemgerät. Aber das muss man sich einmal vorstellen. Eine Lupe Unterwasser. Keine Ahnung, was ich alles gesehen habe, aber besonders gefallen hat mir ein kleiner schwarzer Fisch mit strahlend blauen Punkten. Knuffig. Ein besonderes Highlight zwischen zwei Tauchgängen sind Delfine!!! Jawohl, Delphine. Unser Captain sichtet einige von ihnen und wir dürfen ins Wasser springen. Auch etwas, was ich so noch nie erleben durfte. Grandios. Nur leider, wie immer in solchen Situationen, ist die GoPro out of Battery. Während des Nachttauchgangs haben wir neben einigen Langusten auch biolumineszierendes Plankton gesehen. Es glitzert und strahlt nur so um einen herum, wenn man sich bewegt. Fast schon ein bisschen wie in einem Disney Film. Unglaublich atemberaubend. 

Am Abend gehe ich mit Natalia und Skip etwas trinken und wir erkunden das Insel-Nachteben. Am nächsten Morgen ist tauchfrei. Wir nutzen das tolle Wetter und den freien Tag um eine Tour zu den Water Cays zu machen.

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Das sind kleine Inseln um Utila und es ist ein Paradies Feeling schlechthin. Palmen, Strand und türkisfarbenes Wasser. Traumhaft. Wir chillen im Wasser, trinken Cocktails und schnorcheln.

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Noch zwei Tage bleiben mir auf Utila bevor ich das Festland weiter erkunden möchte. Und was gibt es schöneres als diese wieder Unterwasser zu verbringen? Am Samstag haben wir einen fantastischen Tauchgang. Jede Minute sehen wir etwas anderes: gepunkteter Adlerrochen, kleiner Stachelrochen, Shrimps, Krabben, eine große grüne Muräne, einen Pufferfisch, ein Seepferdchen, Engelsfische, super viel (für mich nicht benennbares) Keinzeugs und das Highlight: Eine Schildkröte. Das Riff hier ist sehr beeindruckend auch noch nach zehn Tauchgängen. Am Sonntag habe ich Geburtstag und wir starten den Tag mit dem Fußball-WM-Finale. Wir drückten alle den Kroaten die Daumen, doch leider gewinnt Frankreich. Herzlichen Glückwunsch dazu. Anschließend gibt es noch meine letzten drei Tauchgänge, inklusive eines wieder phänomenalen Nachttauchgangs. Wieder tanzen wir Unterwasser im Glitzerlicht. Das ich so etwas Tolles erleben darf. Wahnsinn.

Nun ist meine Zeit auf Utila leider schon wieder vorbei und ich begebe mich Richtung See Yojoa. Ich möchte Zeit sparen und entscheide mich deshalb für ein Shuttle. Denn mir wird gesagt, es geht direkt zum See, ohne Umweg über San Pedro Sula. Diese Stadt war bis 2016 die gefährlichste der Welt und mit 170 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohner muss ich da auch nicht wirklich hin. Doch mit meinem Glück für Shuttles, ich erinnere mich nur an die Busfahrt nach Costa Rica, wo ich plötzlich allein ander Grenze stand, sitze ich ein paar Stunden später am Busbahnhof in San Pedro Sula. Der Shuttle meint mich nur bis zum Busbahnhof San Pedro Sula fahren zu müssen und mich dort an einen Chicken Bus weiterzuleiten. Das hätte ich auch allein für ein Viertel des Geldes geschafft. Ich habe einfach kein Glück mit Shuttlebussen. Nun sitze ich also statt in einem klimatisierten Kleinbus in einem recht alten aber schon sehr coolen Chicken Bus. Chicken Busse nennt man die lokalen Busse, die alte amerikanische Schulbusse sind. Ohne Frage ist eine Chicken Busfahrt ein Erlebnis, allerdings hätte ich mich gern selbst dafür entschieden. Zweieinhalb Stunden tuckern wir über Honduras Straßen bis ich den See Yojoa und die D&D Brewrery erreiche. Mitten im grünen Dickicht gelegen finde ich die einfache Lodge, die eine eigene Brauerei führt. Ziemlich kontrastreich zu Utila aber mindestens genauso schön. Nach einem heftigen Regenschauer, schließlich beginnt gerade die Regenzeit, schlafe bei sanftem Dschungelsound ein.

Am nächsten Tag erkunde ich zusammen mit Mel aus Melbourne und einem sehr netten Guide die Gegend. Wir wandern auf einen Aussichtspunkt und wir sind quasi am Arsch von Honduras. Dies ist allerdings nicht so gemeint wie es klingt oder vielleicht gerade so wie es klingt. Denn der Berg wölbt sich wie ein Popo empor.

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Nach eineinhalb Stunden Aufstieg haben wir eine fantastische Sicht auf den See Yojoa. Es lohnt sich also die Mühe des kurzen aber knackigen Aufstiegs. Am Nachmittag wird entspannt und am späten Nachmittag beginnt der Regen. Zunächst relativ harmlos, doch es wird stärker und stärker. Und irgendwann prasselt es nur noch so von oben, gekoppelt mit heftigem Gewitter. Und es hört einfach nicht auf. Auch die ganzen Motten suchen Unterschlupf unter dem Dach und es wimmelt nur so von Kleinvieh. Echt krass, wie viel Wasser vom Himmel kommen kann. Die Straße wird zum reißenden Fluss, so wird mir berichtet. Eines der Zimmer wird geflutet, der Boden ist voller Wasser. Zum Glück bleibt mein Dorm verschont. Als ich jedoch auf Toilette und ins Bett gehen möchte, muss ich durch knöcheltiefes Wasser laufen. Ohne Witz. Die Toilette ist überflutet und die Wege auch. So heftig prassselt der Regen auf die Erde nieder. Das habe ich noch nicht erlebt. Wirklich heftig. Obwohl wir hier gerade Regenzeit haben, ist solch ein starkes Unwetter unüblich. 

Am nächsten Morgen, früh um 6 Uhr, startet die Vogelbeobachtungstour. Rolando, unser Guide, kennt sich bestens. Er erkennt die Vögel bereits am Klang ihrer Stimme und er erklärt uns welche verschiedenen Vögel wir sehen und hören. Dabei sitzen wir in einem Boot und fahren einen Kanal entlang zum See. Es ist wirklich traumhaft schön und ruhig. Ein sehr hübsches Fleckchen Erde, der See Yojoa. Am Nachmittag erkunden wir auf eigene Faust die Umgebung, laufen durch den Dschungel, sehen einen kleinen Fluss und kraxeln zu einem Aussichtspunkt. Ein echtes Erlebnis für Naturliebhaber.

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Am Abend kommt dann die Hiobsbotschaft. Am folgenden Tag ist ein nationaler Busstreik. Nach 8 Uhr morgens sollen keine Busse mehr fahren. Was bedeutet, dass ich früher als erwartet aufbrechen muss. Glücklicherweise muss Mel zum Flughafen in San Pedro Sula und bietet mir an, in ihrem privaten Shuttle mitzufahren. Mit dem Auto fahren wir auch nur eineinhalb Stunden, nicht zweieinhalb wie im Chicken Bus. Der Fahrer meint allerdings, dass es sein könnte, dass der Busbahnhof geschlossen sei. Dies würde bedeuten, dass ich einen Tag lang in San Pedro Sula feststecken würde. Ausgerechnet in San Pedro Sula, die Stadt, die ich wegen ihrer Kriminalität meiden wollte. Nun gut, bleibt mir nichts anderes übrig als zu hoffen. Und tatsächlich lassen mich meine Reiseengel nicht im Stich und ich finde sofort einen Bus nach Copán, genauer gesagt nach La Entrada de Copán, was noch einem ein Stück von Copán Ruinas entfernt ist. Aber auch hier, mitten im Nirgendwo, finde ich freundlich und hilfsbereite Menschen, die mich gleich zum nächsten Bus bringen. Ich sitze also im zweiten Bus, dieses Mal als Beifahrer und ich freue mich. Ich freue mich unterwegs zu sein. Ich freue mich in Honduras zu sein und ich freue mich, dass doch alles so reibungslos funktioniert. Wer braucht schon ein teures Shuttle, wenn das kostengünstige Bussystem so einwandfrei läuft. Ok, der Bus, indem ich sitze, hätte in Deutschland wohl seit Jahren keinen TÜV mehr bekommen, aber hey, er läuft, brummt, knattert und wir kommen voran. Es ist eine witzige Fahrt. Der Fahrer erzählt einige Witze, von denen ich allerdings nur die Hälfte verstehe. Aber es ist witzig. Auch werde ich immer wieder verwundert angeschaut, da ich die einzige Gringa weit und breit bin. Genau genommen bin ich ja gar keine Gringa, da ich nicht aus den USA komme. 

Ich komme also frühen Nachmittag in Copán Ruinas an und der Hostelbesitzer ist erstaunt, dass ich komme. Er meint, ich habe sehr viel Glück, dass ich es überhaupt nach Copán geschafft habe an diesem Streiktag. Auf meine Reiseengel ist eben Verlass (Klopf auf Holz).

Copán ist ein niedliches kleines Städtchen in den Bergen. Hier befinden sich, wie der Name schon verrät, die Ruinen von Copán. Eine weitere Maya-Stätte, die erkundet werden möchte. 

Nachdem ich in mein Hostel eingecheckt habe, erkunde ich das kleine hübsche Städtchen. Es erinnert mich ein wenig an Antigua in Guatemala, nur dass es kleiner ist. Auf Empfehlung gehe ich zum Tea & Chocolate House. Ein wundervolles Kaffee, welches eignen Tee und Kaffe anbaut. Ich trinke einen Schokoladen Tee. Klingt zunächst eigenartig, aber es ist sehr lecker.  Auf einer Veranda befinden sich Hängematten und so kann ich den Tag entspannt ausklingen lassen.

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Früh morgens mache ich mich auf den Weg zu den Ruinen und ich bin morgens acht Uhr die Einzige. Kaum zu glauben, wenn man es mit den Maya Ruinen in Mexico vergleicht. Aber ich erkunde zunächst ganz allein die alten Ruinen.

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Und ich muss sagen, auch wenn ich bereits mehrere Maya Stätte gesehen habe, so sind auch diese Ruinen wieder sehr reizvoll. Zwar höre ich keine Brüllaffen, wie in Palenque aber dafür gibt es hier riesige Papageien, die in dem Baumwipfeln schnattern und einem quasi um die Ohren fliegen.

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Ab 09:30Uhr kommen auch andere Besucher. Ein Abstecher nach Copán lohnt sich allemal. Am Nachmittag treffe ich Hector, den Maler, der gerade das Hostel aufhübscht und Cuca, seinem Schmuckmacher Freund. Sie laden mich auf ein Bier ein und wir quatschen über Gott und die Welt. Cuca erzählt, dass er vor ein paar Monaten bei fast gestorben wäre, bei dem Versuch sein Moped zu klauen. Ihm wurde kurzerhand in den Kopf geschossen, doch wie durch ein Wunder überlebt er. Seine linke Gesichtshälfte ist noch zum Teil gelähmt und man sieht die Schussstelle, aber glücklicherweise ist er nicht gestorben. Das sind schon krasse Geschichten, die man hier hört oder liest. Honduras hat eben auch seine gefährlichen Ecken, wovon man als Tourist glücklicherweise nichts oder nur wenig mitbekommt.

Somit gehen zwei turbulente Wochen in Honduras zu Ende. Es bleiben noch eineinhalb Wochen für El Salvador. Doch zunächst muss ich über Guatemala nach El Salvador reisen. Ein spannender Reisetag wartet also auf mich.

Besito